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Beherrschung der Modellierung von Stromversorgungssystemen mit CIM-Implementierung

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Marija Matkovic Autor
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02 Dez. 2025 Veröffentlicht
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Die Betriebslandschaft moderner Stromversorgungssysteme ist durch zunehmende Komplexität und ein beispielloses Datenvolumen gekennzeichnet. Für Versorgungsunternehmen und Netzbetreiber ist die Aufrechterhaltung einer zusammenhängenden, genauen und einheitlichen Sicht auf das Netz nicht mehr nur ein betriebliches Ziel, sondern eine strategische Notwendigkeit. Das Common Information Model (CIM) bietet den dafür erforderlichen standardisierten Rahmen und ermöglicht einen nahtlosen Datenaustausch und die Interoperabilität zwischen unterschiedlichen Systemen.

Die Implementierung eines CIM-basierten Ansatzes ist von grundlegender Bedeutung, um neue Ebenen der Effizienz, Zuverlässigkeit und strategischen Einsicht zu erschließen. Es schafft eine einzige Quelle für Netzwerkdaten, die für alle Bereiche von entscheidender Bedeutung ist, vom täglichen Betrieb über die langfristige Planung bis hin zum Ausfallmanagement und der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften. Eine erfolgreiche CIM-Implementierung erfordert jedoch mehr als nur die Übernahme eines Standards. Sie erfordert eine robuste, integrierte Plattform, die in der Lage ist, den gesamten Lebenszyklus von Netzwerkmodelldaten zu verwalten.

Dieser Leitfaden untersucht die Grundprinzipien der Implementierung von CIM für die Modellierung von Stromversorgungssystemen. Er beschreibt die Herausforderungen, Vorteile und praktischen Schritte und zeigt, wie eine dedizierte Lösung für das Netzwerkmodellmanagement (NMM) entscheidend dazu beiträgt, komplexe Daten in einen strategischen Vorteil für Ihr Unternehmen zu verwandeln.

Was ist das Common Information Model (CIM)?

Das Common Information Model (CIM) ist eine Reihe offener Standards (insbesondere IEC 61970 und IEC 61968) zur Darstellung von Komponenten von Stromversorgungssystemen und deren Beziehungen in einem standardisierten Format. Es schafft eine gemeinsame Sprache für verschiedene Softwareanwendungen und Systeme, die im Elektrizitätssektor verwendet werden, und ermöglicht ihnen einen nahtlosen Informationsaustausch.

Anstatt dass jede Anwendung ihr eigenes proprietäres Datenformat verwendet, bietet CIM ein einheitliches Datenmodell, das alles von der Erzeugung und Übertragung bis hin zur Verteilung und zum Marktbetrieb abdeckt. Diese Interoperabilität ist entscheidend, um Datensilos aufzubrechen und eine ganzheitliche Sicht auf das Netz zu ermöglichen. Indem CIM sicherstellt, dass alle Systeme, sei es für die Planung, Simulation oder den Echtzeitbetrieb, dieselbe Sprache sprechen, legt es den Grundstein für fortschrittliche Analysen, Automatisierung und intelligentes Netzmanagement.

Die zentrale Rolle des Netzwerkmodellmanagements (NMM)

Während CIM den Standard bereitstellt, bietet eine Netzwerkmodellmanagement-Lösung (NMM) die Plattform, um diesen effektiv zu operationalisieren. Ein NMM dient als zentraler Speicherort für die Erstellung, Validierung, Verwaltung und Verteilung von CIM-basierten Netzwerkmodellen. Es gewährleistet die Datenintegrität, bietet einen vollständigen Prüfpfad und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen mehreren Benutzern und Abteilungen.

Eine robuste NMM-Plattform wie IPS®NMM geht über die einfache Datenspeicherung hinaus. Sie bietet ein umfassendes Ökosystem für die Verwaltung des gesamten Datenlebenszyklus. Dazu gehören:

  • Ein zentrales Repository: Es bietet eine einzige Quelle für alle Netzwerkmodelldaten und beseitigt Redundanzen und Inkonsistenzen, die durch die Verwaltung mehrerer unterschiedlicher Modelle entstehen.
  • Versionskontrolle: Dank fortschrittlicher Versionskontrollfunktionen können Benutzer jede Änderung verfolgen, verschiedene Modellversionen für unterschiedliche Studien (z. B. Planung vs. Betrieb) verwalten und Verzweigungen, Zusammenführungen und Rollback-Vorgänge durchführen.
  • Datenvalidierung: Eine integrierte Validierungs-Engine stellt sicher, dass alle Daten vor ihrer Verwendung den CIM-Standards und internen Geschäftsregeln entsprechen, wodurch Datenqualität und -zuverlässigkeit gewährleistet sind.
  • Nahtlose Integration: Es unterstützt die Integration mit einer Vielzahl von Unternehmenssystemen, darunter EMS/DMS, GIS und Asset-Management-Tools, über sichere APIs und direkten Dateiaustausch sowie Schutzdatenmanagement- und Simulations-Tools.

Mit einer Lösung wie unserem Netzwerkmodellmanagement können Unternehmen die Komplexität ihrer Netzwerkmodelle sicher verwalten und so sicherstellen, dass alle Beteiligten mit einem konsistenten und validierten Datensatz arbeiten.

Wichtige Schritte für die Implementierung von CIM mit einer NMM-Lösung

Die erfolgreiche Implementierung von CIM ist ein strukturierter Prozess, der eine sorgfältige Planung und die richtige technologische Grundlage erfordert. Hier sind die wesentlichen Schritte zur Nutzung einer NMM-Lösung zum Aufbau einer einheitlichen Modellierungsumgebung.

  1. Einrichtung eines nativen CIM-basierten Datenrepositorys

Die Grundlage jedes effektiven NMM-Systems ist sein Datenrepository. Um Flexibilität und Leistung zu maximieren, ist es entscheidend, eine Lösung zu wählen, die CIM-Daten in ihrem nativen Format speichert. Im Gegensatz zu Triple-State-Datenbanken oder Flatfiles speichert ein natives CIM-Repository, wie das in NMM, Daten entsprechend ihrer definierten Klassen, Attribute und Beziehungen.

Dieser Ansatz macht komplexe Datenkonvertierungen und Neuberechnungen von Master Resource Identifiers (MRIDs) während des Datenaustauschs überflüssig und gewährleistet eine herstellerunabhängige Interoperabilität. Er bietet die Flexibilität, alle Arten von CIM-Modellen, von vollständig zusammengesetzten Modellen bis hin zu Grenzbereichen, transparent und effizient zu verwalten.

  1. Implementierung einer robusten Validierungs- und Skripting-Engine

Die Datenqualität ist von größter Bedeutung. Eine leistungsstarke NMM-Lösung muss eine fortschrittliche Validierungs-Engine enthalten, um die Datenintegrität in jeder Phase zu überprüfen. Mit dem NMM-Validierungsmodul können Benutzer benutzerdefinierte Validierungsregeln zur Laufzeit mit Python- oder C#-Skripten definieren und ausführen.

Diese Funktion ist für die Einhaltung von Standards wie ENTSO-E CGMES unerlässlich. NMM wird mit vorgefertigten ENTSO-E-Validierungsregeln geliefert, mit denen Benutzer Daten bei der Erstellung, nach dem Import aus externen Quellen oder vor der Verwendung durch andere Systeme überprüfen können. Dieser proaktive Ansatz zur Datenvalidierung verhindert, dass sich Fehler in Ihrem Betriebsökosystem ausbreiten.

  1. Integration in bestehende Systeme über APIs und Dateiaustausch

Ihr Netzmodell existiert nicht in einem Vakuum. Es muss mit einer Vielzahl externer Systeme verbunden sein, von Planungstools wie PSS®E bis hin zu Enterprise-Resource-Planning-Systemen (ERP). Eine moderne NMM-Lösung muss vielseitige Integrationsmöglichkeiten bieten.

Unser NMM unterstützt eine sichere, CIM-basierte Integration über eine RESTful-Web-API, die es externen Systemen ermöglicht, CRUD-Operationen (Create, Read, Update, Delete) an CIM-Objekten durchzuführen. Es unterstützt auch den direkten Dateiaustausch, einschließlich des Imports und der Konvertierung von PSS®E-Dateien in CIM und umgekehrt. Dies gewährleistet einen reibungslosen und konsistenten Datenfluss in Ihrer gesamten Softwarelandschaft.

  1. Nutzung von Visualisierungs- und Benutzeroberflächen-Tools

Damit ein Netzwerkmodell nützlich ist, muss es zugänglich sein. Eine benutzerfreundliche Oberfläche ist entscheidend für die Navigation in komplexen Modellen und das Verständnis ihrer Struktur. Die IPS®NMM-Plattform umfasst einen Modellteil-Explorer für die einfache Navigation durch Modellzweige und -versionen sowie ein Diagrammansicht-Modul, das eine hierarchische Darstellung der CIM-Daten ermöglicht.

Darüber hinaus spart die Auto-Layout-Diagrammfunktion viel Zeit, indem sie automatisch Schaltpläne auf der Grundlage validierter CIM-Daten generiert. Dadurch entfällt der manuelle Aufwand und es wird sichergestellt, dass die Visualisierungen stets mit der zugrunde liegenden Quelle übereinstimmen.

Eine neue Ära des Netzmanagements

Die Implementierung eines CIM-basierten Ansatzes mit einer leistungsstarken NMM-Lösung ist ein transformativer Schritt für jeden Betreiber von Stromversorgungssystemen. Damit wird eine Organisation von einer fragmentierten, isolierten Datenumgebung zu einem einheitlichen, intelligenten Ökosystem, in dem Daten ein strategischer Vorteil sind.

Durch die Einrichtung einer einzigen Datenquelle können Unternehmen die Zusammenarbeit zwischen Planungs-, Betriebs- und Asset-Management-Teams verbessern. Die verbesserte Datenqualität und -konsistenz ermöglicht genauere Simulationen, eine bessere langfristige Planung und ein effizienteres Ausfallmanagement. Beispielsweise dient ein validiertes Netzmodell von IPS®NMM als Grundlage für das IPS® Outage Management System (OMS), das präzise topologische Suchen ermöglicht, um betroffene Anlagen zu identifizieren und die Ausfallkoordination zu optimieren.

Der Weg zur vollständigen Einführung von CIM kann mit einem gezielten Proof of Concept (PoC) beginnen, um den klaren Mehrwert zu demonstrieren und Impulse für eine unternehmensweite Lösung zu setzen. Mit der Unterstützung von Fachexperten und einer skalierbaren Plattform wie NMM können Sie schrittweise ein ausgeklügeltes und verwaltbares Netzwerkmodell aufbauen, das zu operativer Exzellenz führt.